45 Jahre Mut, Vielfalt und Zusammenhalt
15.09.2026Zwei Jubiläen, viele gemeinsame Erinnerungen und vor allem die Menschen im Mittelpunkt: Im Inklusions- und Panorama-Hotel Kochsberg feierten rund 70 aktuelle und ehemalige Mitarbeitende, Wegbegleiter sowie Ehrengäste 25 Jahre WeBeG und 20 Jahre Werraland-Band GlasKlar Instereo.
Das gesamte Team um Nikos Gaßmann und Anna Schaub hatte gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Kochsbergs einen rundum gelungenen Nachmittag und Abend vorbereitet. In herzlicher Atmosphäre wurde zurückgeblickt, miteinander gefeiert und zugleich deutlich: Beide Jubiläen stehen für gelebte Inklusion und für Menschen, die über viele Jahre hinweg gemeinsam etwas aufgebaut und weiterentwickelt haben.
Zu den Gästen gehörten die Landtagsabgeordnete Karina Fismann-Renner, Elisa Rabe-Bartels vom Kreisausschuss in Vertretung von Landrätin Nicole Rathgeber, der Eschweger Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl sowie Meinhards Bürgermeister Olaf Templin. Ein besonderer Gruß galt auch Bernd Hirschfelder und Barbara Hoberock. Beide haben die WeBeG von Beginn an begleitet. Barbara Hoberock leitete noch bis zum vergangenen Jahr die Gebäudereinigung.
Eine Idee, die seit 25 Jahren trägt
Die WeBeG wurde am 31. Oktober 2001 gegründet. Bereits kurz darauf nahm die Gebäudereinigung ihre Arbeit auf. Im Jahr 2003 kamen die Großküche amélie und das Bistro hinzu. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Übernahme des Kochsbergs im Jahr 2010. Seit dem Kauf im Jahr 2017 wurde der besondere Standort stetig weiterentwickelt. Auch der Erwerb der Großküche in Bebra im Oktober 2023 gehört zu den wichtigen Meilensteinen der Unternehmensgeschichte.
Von Beginn an ging es dabei um weit mehr als wirtschaftlichen Erfolg. Ziel war und ist es, attraktive und langfristig sichere Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen, an denen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen Seite an Seite arbeiten.
WeBeG-Geschäftsführer Georg Forchmann erinnerte in seiner Ansprache auch an die schwierigen Phasen der vergangenen 25 Jahre. Wirtschaftliche Veränderungen, der Verlust großer Aufträge und insbesondere die Corona-Pandemie hätten dem Unternehmen und seinen Mitarbeitenden viel abverlangt. Gerade in diesen Zeiten habe sich jedoch gezeigt, was die WeBeG im Innersten zusammenhalte: „Nicht Gebäude. Nicht Strukturen. Sondern Menschen.“
Heute steht die WeBeG wieder wirtschaftlich stabil da und blickt mit neuen Ideen nach vorn. Einen besonderen Dank richtete Georg Forchmann an seinen Vorgänger Gerd Hoßbach, der mit dem Mut, neue Wege zu gehen, die Entwicklung der WeBeG entscheidend geprägt hat. Ebenso dankte er allen Mitarbeitenden, die diesen Weg mit großem Einsatz und viel Beharrlichkeit begleitet haben. „Jeder Fortschritt war das Ergebnis von Engagement, Beharrlichkeit und dem Glauben an gemeinsame Ziele.“
Inklusion als Haltung und tägliche Aufgabe
WeBeG-Prokurist Nikos Gaßmann stellte die grundsätzliche Bedeutung von Inklusionsunternehmen heraus. Die WeBeG zeige seit 25 Jahren, dass gemeinsames Arbeiten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen könne. Dabei verbinde das Unternehmen seinen sozialen Auftrag mit unternehmerischer Verantwortung.
„Inklusion ist kein Experiment. Sie ist eine Haltung und eine tägliche Aufgabe“, betonte Nikos Gaßmann. Entscheidend sei, nicht zuerst danach zu fragen, was ein Mensch nicht könne: „Wir fragen nicht zuerst: ,Was kann jemand nicht?‘, sondern: ,Was kann jemand?‘“ Aufgabe eines Inklusionsunternehmens sei es, passende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen ihre Fähigkeiten einbringen und echte Teilhabe erleben könnten.
Sein besonderer Dank galt den langjährigen Mitarbeitenden und den Beschäftigten der ersten Stunde. Sie hätten Strukturen aufgebaut, Erfahrungen gesammelt, Rückschläge ausgehalten und damit den Grundstein für die heutige WeBeG gelegt.
Seit 20 Jahren verbindet Musik die Menschen
Das zweite Geburtstagskind des Tages war die Werraland-Band GlasKlar in Stereo. Seit mittlerweile 20 Jahren bringt die Inklusionsband Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen. Ob beim Open Flair, beim Tag der offenen Tür, bei Sommerfesten, Gottesdiensten oder Veranstaltungen der Landesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsfirmen: GlasKlar in Stereo ist seit zwei Jahrzehnten ein fester Bestandteil vieler Veranstaltungen und hat sogar eigene CDs veröffentlicht.
Viele Jahre wurde die Band von Ingo Schneider geprägt. Inzwischen hat Martin Hesse die musikalische Leitung übernommen. Mit neuen Liedern und vielen Ideen startet GlasKlar in Stereo in das nächste Kapitel ihrer Geschichte.
„Vom Open Flair bis zum Tag der offenen Tür, von Gottesdiensten bis zu landesweiten Veranstaltungen der Inklusionsunternehmen: GlasKlar in Stereo hat die Werraland Lebenswelten über zwei Jahrzehnte musikalisch begleitet und geprägt“, betonte Georg Forchmann.
Natürlich durfte die Musik auch bei der Jubiläumsfeier nicht fehlen. Mit ihrem Auftritt bewies die Band einmal mehr, was sie seit 20 Jahren auszeichnet: Musik fragt nicht danach, woher jemand kommt oder welche Voraussetzungen jemand mitbringt. Musik verbindet.
Als gemeinsames Jubiläumsgeschenk wurde die gesamte Band zu einem Essen auf den Kochsberg eingeladen. Damit schloss sich an diesem besonderen Abend der Kreis zwischen zwei Erfolgsgeschichten, die beide auf Gemeinschaft, Vielfalt und gelebter Inklusion beruhen.
Stimmen zum Jubiläum
Grußworte aus Politik und Verwaltung
Karina Fissmann-Renner: Die WeBeG führt seit 25 Jahren Menschen zusammen. Sie bietet Chancen und zeigt jeden Tag, dass Inklusion gelebt wird.
Für die Band gilt: Hier wird nicht gefragt, woher jemand kommt oder was er kann oder nicht kann. GlasKlar Instereo ist der wunderbare Beweis dafür, dass Musik verbindet.
Ich lade die Mitarbeitenden der WeBeG und der Band für einen Tag nach Wiesbaden in den Hessischen Landtag ein.
Elisa Rabe-Bartels: Ich übermittele Ihnen die herzlichen Glückwünsche von Landrätin Nicole Rathgeber. Die WeBeG und ihre 100 Mitarbeitenden sind aus unserem Kreis nicht mehr wegzudenken. Als Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes muss sie sich dem Wettbewerb stellen und zeigt zeitgleich, wie Inklusion im täglichen Miteinander beispielhaft funktioniert.
Nicola-Alexander Ferl: Viel hat sich in den vergangenen 25 Jahren verändert – zum Glück auch im Bereich Teilhabe. Ich weiß selbst, wie es ist, beeinträchtigt zu sein. Es geht darum, jemanden etwas zuzutrauen. Genau dafür steht die WeBeG: Sie sorgt für Teilhabe, sie sorgt dafür, dass Menschen Arbeit haben, sie ermöglicht, dass Menschen dazugehören.
Olaf Templin: Die WeBeG verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung. Jeden Tag bringen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen ihre ganz individuellen Fähigkeiten ein. Wir als Gemeinde Meinhard sind stolz, mit dem Inklusions- und Panoram-Hotel Kochsberg ein Unternehmen mit einer solchen Grundhaltung hier an diesem besonderen Ort zu haben.
Eschweges Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl (2.v.li.) überreichte sein Geschenk im Beisein von Nikos Gaßmann (li.) und Georg Forchmann an die Band-Mitglieder Sarah Grosser und Sascha Krause. Fotos: Winter
In zivil sieht man sie seltener – das Küchenteam des amélie mi (v.li.) Petra Hapke-Hasecke, Dennis Foterek, Pascal Wollenhaupt, Marcel Menda und Sven Hoberock.
Sie sind GlasKlar Instereo: (v.li.) Catherine und Björn Trautmann, Sascha Krause, Sarah Grosser, Fabian Rösner, Uwe Heinemann und Bandleiter Martin Hesse.
Elisa Rabe-Bartels (3.v.li.) überbrachte nicht nur die Glückwünsche der Landrätin, sondern überreichte der Werraland-Band auch eine Urkunde zum 20-jährigen Bestehen.
